FHR Mathematik
Thema 1 · 16 Aufgaben

Exponentialfunktionen

Wachstum & Zerfall · Wertetabellen · Logarithmus · Halbwertszeit · Modellierung

0 von 16 Aufgaben geöffnet 0 %

Grundform

Eine Exponentialfunktion hat die Form:

\[ f(t) = a \cdot b^t \]

a = Anfangswert (bei t = 0)
b = Wachstums- / Zerfallsfaktor

Wachstum vs. Zerfall

Wachstum: \(b > 1\)
Zerfall: \(0 < b < 1\)

Anstieg um \(r\,\%\): \(b = 1 + \frac{r}{100}\)
Rückgang um \(r\,\%\): \(b = 1 - \frac{r}{100}\)

Zeitpunkt bestimmen

Wann gilt \(f(t) = c\)?

\[ a \cdot b^t = c \;\Rightarrow\; t = \frac{\lg(c/a)}{\lg b} \]

Halbwertszeit & Verdopplungszeit

\[ t_{1/2} = \frac{\lg 0{,}5}{\lg b} \quad (b<1) \]
\[ t_{\times 2} = \frac{\lg 2}{\lg b} \quad (b>1) \]

Halbwertszeit-Formel

\[ f(t) = a \cdot \left(\tfrac{1}{2}\right)^{t/T_{1/2}} \]

Tagesfaktor: \(b = 0{,}5^{1/T_{1/2}}\)

Parameter aus zwei Punkten

\[ b = \left(\frac{y_2}{y_1}\right)^{\!1/(t_2-t_1)} \]
\[ a = \frac{y_1}{b^{t_1}} \]
AusdruckWertTypische Verwendung
\(\lg 2\)0,3010Verdopplungszeit
\(\lg 0{,}5\)−0,3010Halbwertszeit
\(\lg 0{,}985\)−0,00657−1,5 % / Jahr
\(\lg 0{,}92\)−0,03621−8 % / Minute
\(\lg 1{,}05\)0,02119+5 % / Jahr
Filter:
1
Bakterienkultur im Labor
Exponentielles Wachstum · Verdopplung · Wertetabelle
leicht18 P
Situation In einem Labor werden 200 Bakterien gezüchtet. Die Population verdoppelt sich jede Stunde.
t = Stunden  ·  f(t) = Anzahl Bakterien
💡 Grundwissen – Verdopplung Verdopplung pro Zeiteinheit → Faktor \(b = 2\):
\(f(t) = a \cdot 2^t\)
  1. Stellen Sie die Funktion \(f(t)\) auf.
  2. Berechnen Sie die Bakterienanzahl nach 5 Stunden.
  3. Erstellen Sie eine Wertetabelle für \(t = 0\) bis \(t = 6\).
  4. Nach wie vielen Stunden überschreitet die Anzahl erstmals 50 000?
a
Anfangswert \(a=200\), Verdopplungsfaktor \(b=2\): \[ f(t) = 200 \cdot 2^t \]
b
\(f(5) = 200 \cdot 2^5 = 200 \cdot 32 = 6\,400\)
Nach 5 Stunden: 6 400 Bakterien
c
t (h)0123456
f(t)2004008001 6003 2006 40012 800
d
\[ 200 \cdot 2^t > 50\,000 \;\Rightarrow\; 2^t > 250 \;\Rightarrow\; t > \frac{\lg 250}{\lg 2} = \frac{2{,}3979}{0{,}3010} \approx 7{,}97 \]
Ab \(t = 8\) Stunden  →  51 200 Bakterien
2
Kaffeekonsum in Deutschland
Prozentualer Rückgang · Logarithmus
leicht20 P
Situation Im Jahr 2024 trank jede Person in Deutschland im Schnitt 168 Liter Kaffee pro Jahr. Durch wachsendes Gesundheitsbewusstsein sinkt der Konsum jährlich um 1,5 %.
t = Jahre seit 2024  ·  f(t) = Konsum in Liter/Person
💡 Merke – Prozentualer Rückgang Rückgang um \(r\,\%\): \(b = 1 - r/100\)  →  bei 1,5 %: \(b = \mathbf{0{,}985}\)
  1. Zeigen Sie, dass \(f(t) = 168 \cdot 0{,}985^t\) den Rückgang beschreibt.
  2. Berechnen Sie den Konsum im Jahr 2040.
  3. Bestimmen Sie, in welchem Jahr der Konsum erstmals unter 140 Liter sinkt.
  4. Eine Studie prognostiziert 137,5 Liter für 2040. Welche Rückgangsrate führt zu diesem Wert?
a
Startwert 168 L, Faktor \(0{,}985 = 1 - 0{,}015\)  ✓\(f(t)=168\cdot 0{,}985^t\)
b
2040: \(t=16\)\[ f(16)=168\cdot 0{,}985^{16}\approx 168\cdot 0{,}787\approx 132{,}1\text{ L} \]
Ca. 132,1 Liter pro Person im Jahr 2040
c
\[ 168\cdot 0{,}985^t < 140 \;\Rightarrow\; 0{,}985^t < 0{,}833 \;\Rightarrow\; t > \frac{\lg 0{,}833}{\lg 0{,}985} \approx \frac{-0{,}0792}{-0{,}00657} \approx 12{,}1 \]
Ab \(t=13\)  →  Jahr 2037
d
\[ 168\cdot q^{16}=137{,}5 \;\Rightarrow\; q=\left(\frac{137{,}5}{168}\right)^{1/16}\approx 0{,}9876 \]
Jährlicher Rückgang: \(1-0{,}9876=1{,}24\,\%\)
3
Geldanlage mit Zinseszins
Exponentielles Wachstum · Verdopplungszeit
leicht18 P
Situation Herr Müller legt 4 000 € bei seiner Bank mit einem jährlichen Zinssatz von 3,5 % an.
t = Jahre  ·  f(t) = Kapital in €
💡 Zinseszinsformel \(f(t) = K_0 \cdot (1 + p/100)^t\)  →  bei 3,5 %: \(b=1{,}035\)
  1. Stellen Sie die Funktion \(f(t)\) auf.
  2. Wie viel Kapital hat er nach 10 Jahren?
  3. Wann hat sich sein Kapital verdoppelt?
  4. Wie hoch ist der Zinsbetrag allein im 5. Jahr?
a
\[ f(t)=4\,000\cdot 1{,}035^t \]
b
\[ f(10)=4\,000\cdot 1{,}035^{10}\approx 4\,000\cdot 1{,}4106\approx 5\,642\text{ €} \]
Nach 10 Jahren: ca. 5 642 €
c
\[ 1{,}035^t=2 \;\Rightarrow\; t=\frac{\lg 2}{\lg 1{,}035}=\frac{0{,}3010}{0{,}01494}\approx 20{,}1\text{ Jahre} \]
Verdopplung nach ca. 20 Jahren
d
Kapital zu Beginn Jahr 5: \(f(4)=4\,000\cdot 1{,}035^4\approx 4\,593\) €
Zinsbetrag: \(4\,593\cdot 0{,}035\approx 160{,}75\) €
Zinsbetrag im 5. Jahr: ca. 160,75 €
4
CO₂-Konzentration beim Lüften
Exponentieller Zerfall · Grenzwert · Wertetabelle
leicht18 P
Situation Nach einer Schulstunde beträgt die CO₂-Konzentration 2 400 ppm. Beim Lüften sinkt sie je Minute um 8 %. Grenzwert: 1 000 ppm.
t = Minuten seit Lüftungsbeginn  ·  f(t) = CO₂ in ppm
💡 Vorgehen Funktion aufstellen → Wert einsetzen → Zeitpunkt per Logarithmus:
\(b^t = c \;\Rightarrow\; t = \lg(c)/\lg(b)\)
  1. Stellen Sie die Funktion \(f(t)\) auf.
  2. Berechnen Sie die Konzentration nach 5 und 10 Minuten.
  3. Nach wie vielen Minuten ist der Grenzwert erstmals unterschritten?
  4. Erstellen Sie eine Wertetabelle für \(t = 0, 2, 4, 6, 8, 10\) Minuten.
a
Faktor \(1-0{,}08=0{,}92\):\[ f(t)=2\,400\cdot 0{,}92^t \]
b
\(f(5)=2\,400\cdot 0{,}92^5\approx\mathbf{1\,582\text{ ppm}}\)
\(f(10)=2\,400\cdot 0{,}92^{10}\approx\mathbf{1\,043\text{ ppm}}\)
c
\[ 2\,400\cdot 0{,}92^t<1\,000 \;\Rightarrow\; 0{,}92^t<0{,}4167 \;\Rightarrow\; t>\frac{\lg 0{,}4167}{\lg 0{,}92}\approx\frac{-0{,}3802}{-0{,}03621}\approx 10{,}5 \]
Ab \(t=11\) Minuten unter 1 000 ppm
d
t (min)0246810
f(t) ppm2 4002 0321 7201 4561 2321 043
5
Bienenpopulation im Bienenstock
Zerfall · Wertetabelle · Sachinterpretation
leicht20 P
Situation Im Jahr 2020 zählte ein Imker 80 000 Bienen. Durch eine Varroamilben-Infektion gehen alle 10 Jahre ca. 30 % verloren.
x = Jahrzehnte seit 2020  ·  f(x) = Bienenanzahl in Tausend
💡 Tipp 30 % Verlust → 70 % bleiben → Faktor \(b=0{,}7\). Wertetabelle zuerst!
  1. Die Funktion lautet \(f(x)=80\cdot 0{,}7^x\). Erstellen Sie eine Wertetabelle für \(x=0\) bis \(6\).
  2. Wann sinkt die Population erstmals unter 20 000 Bienen?
  3. Beurteilen Sie: „Ohne Behandlung sterben Bienenstöcke vollständig aus."
a
x0123456
Jahr2020203020402050206020702080
f(x) Tsd.80,056,039,227,419,213,49,4
b
\[ 80\cdot 0{,}7^x<20 \;\Rightarrow\; 0{,}7^x<0{,}25 \;\Rightarrow\; x>\frac{\lg 0{,}25}{\lg 0{,}7}=\frac{-0{,}6021}{-0{,}1549}\approx 3{,}89 \]
Ab \(x=4\) Jahrzehnte  →  Jahr 2060 (≈ 19 200 Bienen)
c
Population stark gefährdet – sinkt auf unter ein Viertel in 4 Jahrzehnten.
Mathematisch: \(f(x)=0\) wird nie erreicht (Asymptote).
Sachlich: Unterhalb einer Mindestgröße kollabiert das Volk praktisch. Aussage sachlich vertretbar, mathematisch ungenau.
6
Radioaktiver Zerfall – Iod-131
Halbwertszeit · Tagesfaktor · Grenzmengen
mittel22 P
Situation Iod-131 hat eine Halbwertszeit von 8 Tagen. Anfangsmenge: 400 g.
t = Tage  ·  f(t) = Menge in Gramm
💡 Halbwertszeit-Modell \(f(t)=a\cdot(1/2)^{t/T_{1/2}}\)  →  Tagesfaktor: \(b=0{,}5^{1/8}\)
  1. Zeigen Sie, dass der tägliche Zerfallsfaktor ca. 0,917 beträgt.
  2. Wie viel Gramm sind nach 32 Tagen noch vorhanden?
  3. Nach wie vielen Tagen sind erstmals weniger als 10 g vorhanden?
  4. Erstellen Sie eine Wertetabelle für \(t=0,8,16,24,32,40\) Tage.
a
\[ b=0{,}5^{1/8}=2^{-1/8}\approx 0{,}9170\approx 0{,}917\;\checkmark \]
b
32 Tage = 4 Halbwertszeiten: \[ f(32)=400\cdot 0{,}5^{32/8}=400\cdot 0{,}5^4=400\cdot\tfrac{1}{16}=25\text{ g} \]
Nach 32 Tagen: 25 g
c
\[ 400\cdot 0{,}5^{t/8}<10 \;\Rightarrow\; 0{,}5^{t/8}<0{,}025 \;\Rightarrow\; \frac{t}{8}>\frac{\lg 0{,}025}{\lg 0{,}5}=\frac{-1{,}602}{-0{,}301}\approx 5{,}32 \;\Rightarrow\; t>42{,}6 \]
Ab Tag 43 weniger als 10 g vorhanden
d
t (d)0816243240
f(t) g400200100502512,5
7
Smartphone-Verkaufszahlen
Zerfall · Gesamtverkäufe · Sachbeurteilung
mittel22 P
Situation Ein Smartphone-Modell wird 2022 eingeführt. Im ersten Jahr: 5 Mio. Geräte verkauft. Jährlicher Rückgang: 25 %.
t = Jahre seit 2022  ·  f(t) = Verkäufe in Mio.
💡 Gesamtverkäufe Gesamtverkäufe = Summe der Einzeljahre:
\(\text{Gesamt} = f(0)+f(1)+f(2)+\ldots\) (kein Integral!)
  1. Stellen Sie \(f(t)\) auf.
  2. Berechnen Sie Verkaufszahlen für 2026 und 2030.
  3. In welchem Jahr werden erstmals weniger als 0,5 Mio. Geräte verkauft?
  4. Berechnen Sie Gesamtverkäufe 2022–2026 per Wertetabelle.
a
\[ f(t)=5\cdot 0{,}75^t \]
b
2026 (\(t=4\)): \(f(4)=5\cdot 0{,}75^4\approx\mathbf{1{,}58\text{ Mio.}}\)
2030 (\(t=8\)): \(f(8)=5\cdot 0{,}75^8\approx\mathbf{0{,}50\text{ Mio.}}\)
c
\[ 5\cdot 0{,}75^t<0{,}5 \;\Rightarrow\; 0{,}75^t<0{,}1 \;\Rightarrow\; t>\frac{\lg 0{,}1}{\lg 0{,}75}\approx\frac{-1}{-0{,}1249}\approx 8{,}0 \]
Ab \(t=9\)  →  Jahr 2031
d
t0 (2022)1234 (2026)
Mio.5,0003,7502,8132,1091,582
Summe: \(5+3{,}75+2{,}813+2{,}109+1{,}582\)
Gesamtverkäufe 2022–2026: ca. 15,25 Mio. Geräte
8
Bevölkerungswachstum einer Stadt
Wachstumsrate aus Daten · Prognose
mittel22 P
Situation Eine Stadt hatte 2010: 40 000 Einwohner und 2020: 52 000 Einwohner.
t = Jahre seit 2010  ·  f(t) = Einwohnerzahl
💡 Faktor aus zwei Punkten \(b=\left(\dfrac{y_2}{y_1}\right)^{1/(t_2-t_1)}\)
  1. Bestimmen Sie den jährlichen Wachstumsfaktor und die Wachstumsrate in Prozent.
  2. Stellen Sie die Funktion \(f(t)\) auf.
  3. Berechnen Sie die Prognose für das Jahr 2030.
  4. Wann überschreitet die Einwohnerzahl erstmals 80 000?
a
\[ b=\left(\frac{52\,000}{40\,000}\right)^{1/10}=1{,}3^{0{,}1}\approx 1{,}0266 \]
Jährliche Wachstumsrate: ca. 2,66 %
b
\[ f(t)=40\,000\cdot 1{,}0266^t \]
c
2030: \(t=20\) \[ f(20)=40\,000\cdot 1{,}0266^{20}=40\,000\cdot 1{,}3^2=40\,000\cdot 1{,}69=67\,600 \]
Prognose 2030: ca. 67 600 Einwohner
d
\[ 1{,}0266^t=2 \;\Rightarrow\; t=\frac{\lg 2}{\lg 1{,}0266}\approx\frac{0{,}3010}{0{,}01140}\approx 26{,}4\text{ Jahre} \]
Erstmals über 80 000: ca. Jahr 2036
9
Abkühlung einer frischen Pizza
Exponentieller Zerfall · Esstemperatur bestimmen
mittel20 P
Situation Eine frisch gebackene Pizza kommt mit 220 °C aus dem Ofen. Die Temperatur sinkt je Minute um 4 %.
t = Minuten nach dem Ofen  ·  f(t) = Temperatur in °C
  1. Stellen Sie die Funktion \(f(t)\) auf.
  2. Berechnen Sie die Temperatur nach 10 und nach 20 Minuten.
  3. Eine angenehme Esstemperatur ist 60 °C. Nach wie vielen Minuten wird sie erreicht?
  4. Erstellen Sie eine Wertetabelle für \(t=0,5,10,15,20,25\) Minuten.
a
Faktor \(0{,}96\):\[ f(t)=220\cdot 0{,}96^t \]
b
\(f(10)=220\cdot 0{,}96^{10}\approx\mathbf{146{,}3\,°C}\)
\(f(20)=220\cdot 0{,}96^{20}\approx\mathbf{97{,}2\,°C}\)
c
\[ 220\cdot 0{,}96^t=60 \;\Rightarrow\; 0{,}96^t=\frac{60}{220}\approx 0{,}2727 \;\Rightarrow\; t=\frac{\lg 0{,}2727}{\lg 0{,}96}\approx\frac{-0{,}5643}{-0{,}01773}\approx 31{,}8 \]
Nach ca. 32 Minuten auf 60 °C abgekühlt
d
t (min)0510152025
f(t) °C2201791461199779
10
Medikamentenabbau im Blut
Halbwertszeit · therapeutischer Schwellenwert
mittel20 P
Situation Ein Patient nimmt 800 mg eines Wirkstoffs ein. Halbwertszeit: 6 Stunden. Therapeutischer Schwellenwert (Mindestmenge): 50 mg.
t = Stunden nach Einnahme  ·  f(t) = Wirkstoff in mg
💡 Halbwertszeit \(f(t)=800\cdot 0{,}5^{t/6}\)
  1. Stellen Sie die Funktion \(f(t)\) auf.
  2. Wie viel Wirkstoff ist nach 18 Stunden noch im Blut?
  3. Wann unterschreitet der Wirkstoff den Schwellenwert von 50 mg?
  4. Bestimmen Sie den stündlichen Zerfallsfaktor.
a
\[ f(t)=800\cdot 0{,}5^{t/6} \]
b
18 h = 3 Halbwertszeiten: \[ f(18)=800\cdot 0{,}5^3=800\cdot 0{,}125=100\text{ mg} \]
Nach 18 Stunden: 100 mg
c
\[ 800\cdot 0{,}5^{t/6}=50 \;\Rightarrow\; 0{,}5^{t/6}=\tfrac{1}{16}=0{,}5^4 \;\Rightarrow\; t/6=4 \;\Rightarrow\; t=24\text{ h} \]
Schwellenwert unterschritten nach genau 24 Stunden
d
\[ b=0{,}5^{1/6}\approx 0{,}891 \] Wirkstoff nimmt stündlich um ca. 10,9 % ab.
11
Rückgang des Waldbestands
Zerfall · Halbierung · Grenzjahr
mittel20 P
Situation Ein Naturschutzgebiet hatte 2015 eine Waldfläche von 18 000 ha. Durch Rodung nimmt die Fläche jährlich um 2,5 % ab.
t = Jahre seit 2015  ·  f(t) = Waldfläche in ha
  1. Stellen Sie die Funktion \(f(t)\) auf.
  2. Wie groß ist die Waldfläche im Jahr 2030?
  3. Wann ist die Hälfte des Waldes verloren gegangen?
  4. Ab welchem Jahr fällt die Fläche unter 10 000 ha?
a
\[ f(t)=18\,000\cdot 0{,}975^t \]
b
\[ f(15)=18\,000\cdot 0{,}975^{15}\approx 18\,000\cdot 0{,}684\approx 12\,310\text{ ha} \]
2030: ca. 12 310 ha
c
\[ 0{,}975^t=0{,}5 \;\Rightarrow\; t=\frac{\lg 0{,}5}{\lg 0{,}975}\approx\frac{-0{,}3010}{-0{,}01099}\approx 27{,}4\text{ Jahre} \]
Hälfte verloren ca. 2042
d
\[ 18\,000\cdot 0{,}975^t<10\,000 \;\Rightarrow\; 0{,}975^t<0{,}556 \;\Rightarrow\; t>\frac{\lg 0{,}556}{\lg 0{,}975}\approx\frac{-0{,}255}{-0{,}01099}\approx 23{,}2 \]
Ab t = 24  →  Jahr 2039 unter 10 000 ha
12
Zwei Firmen im Wettbewerb
Schnittpunkt zweier Exponentialfunktionen · Tabellenverfahren
schwer25 P
Situation Firma A hat 2020: 3 000 Mitarbeiter, wächst um 5 % / Jahr.
Firma B hat 2020: 1 800 Mitarbeiter, wächst um 10 % / Jahr.
t = Jahre seit 2020
💡 Schnittpunkt analytisch schwer lösbar \(A(t)=B(t)\) mit unterschiedlichen Basen → numerisch eingrenzen!
Tabelle erstellen und das Überkreuzen suchen.
  1. Stellen Sie \(A(t)\) und \(B(t)\) auf.
  2. Erstellen Sie eine Wertetabelle für \(t=0,2,4,\ldots,14\).
  3. Grenzen Sie ein, in welchem Jahr Firma B erstmals mehr Mitarbeiter hat.
  4. Prognostizieren Sie beide Werte für 2035 (\(t=15\)).
a
\[ A(t)=3\,000\cdot 1{,}05^t \qquad B(t)=1\,800\cdot 1{,}10^t \]
b
t02468101214
A(t)3 0003 3083 6464 0204 4324 8875 3865 940
B(t)1 8002 1782 6353 1893 8594 6695 6486 833
c
Bei \(t=10\): A > B (4 887 > 4 669), bei \(t=12\): B > A (5 648 > 5 386).
Feiner: \(A(11)\approx 5\,131\), \(B(11)\approx 5\,136\)  →  B überrundet A knapp nach \(t=10\).
Firma B überholt Firma A ca. 2031 (\(t\approx 11\))
d
\(A(15)=3\,000\cdot 1{,}05^{15}\approx 6\,237\) Mitarbeiter
\(B(15)=1\,800\cdot 1{,}10^{15}\approx 7\,519\) Mitarbeiter
2035: Firma A ≈ 6 237 · Firma B ≈ 7 519
13
Wachstumsparameter aus Messwerten
a und b aus zwei Punkten bestimmen
schwer24 P
Situation Von einer Exponentialfunktion \(f(t)=a\cdot b^t\) sind bekannt:
f(2) = 250  und  f(7) = 480
💡 Strategie 1. Gleichungen dividieren → \(b^5\) isolieren
2. Wurzel ziehen → b  |  3. Rückeinsetzen → a
  1. Bestimmen Sie den Wachstumsfaktor \(b\).
  2. Bestimmen Sie den Anfangswert \(a\).
  3. Stellen Sie \(f(t)\) auf und geben Sie die Wachstumsrate in Prozent an.
  4. Berechnen Sie \(f(10)\).
a
\[ \frac{f(7)}{f(2)}=b^5 \;\Rightarrow\; b^5=\frac{480}{250}=1{,}92 \;\Rightarrow\; b=1{,}92^{0{,}2}\approx 1{,}139 \]
Faktor \(b\approx 1{,}139\)  →  ca. 13,9 % Wachstum
b
\[ a=\frac{f(2)}{b^2}=\frac{250}{1{,}139^2}\approx\frac{250}{1{,}297}\approx 192{,}8 \]
c
\[ f(t)=192{,}8\cdot 1{,}139^t \qquad\text{Wachstumsrate: }13{,}9\,\% \]
d
\[ f(10)=192{,}8\cdot 1{,}139^{10}=192{,}8\cdot(1{,}92)^2=192{,}8\cdot 3{,}686\approx 711 \]
\(f(10)\approx 711\)
14
Inflation und Kaufkraftverlust
Modellvergleich · realer Wertverlust
schwer24 P
Situation Inflationsrate: 3 % p. a.  →  Produktpreis steigt von 200 €.
Sparbuch bietet 1,5 % Zinsen – ebenfalls Startguthaben 200 €.
t = Jahre  ·  f(t) = Preis · g(t) = Sparguthaben
  1. Stellen Sie \(f(t)\) und \(g(t)\) auf.
  2. Wie teuer ist das Produkt in 15 Jahren? Wie hoch das Sparguthaben?
  3. Wann hat sich der Preis verdoppelt?
  4. Schützt das Sparbuch die Kaufkraft? Welcher Zinssatz wäre nötig?
a
\[ f(t)=200\cdot 1{,}03^t \qquad g(t)=200\cdot 1{,}015^t \]
b
\(f(15)\approx 200\cdot 1{,}558\approx\mathbf{311{,}60\text{ €}}\)
\(g(15)\approx 200\cdot 1{,}250\approx\mathbf{250{,}00\text{ €}}\)
Kaufkraftverlust: 61,60 € – das Sparbuch deckt die Teuerung nicht
c
\[ 1{,}03^t=2 \;\Rightarrow\; t=\frac{\lg 2}{\lg 1{,}03}=\frac{0{,}3010}{0{,}01284}\approx 23{,}4\text{ Jahre} \]
Preise verdoppeln sich nach ca. 23 Jahren
d
Da \(1{,}015 < 1{,}03\): Sparguthaben wächst langsamer als die Preise → Kaufkraft sinkt.
Nötiger Zinssatz: mindestens 3 % p. a. (= Inflationsrate).
15
Virusausbreitung – Zweiphasenmodell
Modellwechsel · Startwert Phase 2 · Eingrenzung
schwer26 P
Situation Zu Beginn: 100 Infizierte, täglich +25 %. Nach 7 Tagen Maßnahmen: täglich −10 %.
Phase 1: \(t=0\) bis 7  ·  Phase 2: \(t>7\)
💡 Zweiphasenmodell Startwert Phase 2 = Endwert Phase 1: \(g(t)=f(7)\cdot 0{,}9^{(t-7)}\)
  1. Stellen Sie Phase 1 auf und berechnen Sie \(f(7)\).
  2. Wie viele Infizierte gibt es nach 2 Wochen (\(t=14\))?
  3. Stellen Sie die Funktion für Phase 2 auf.
  4. Wann fällt die Anzahl in Phase 2 wieder unter 100?
a
\[ f(t)=100\cdot 1{,}25^t \] \(f(7)=100\cdot 1{,}25^7\approx 477\) Infizierte
b
\(t=14\) liegt in Phase 2: \[ g(14)=477\cdot 0{,}9^{14-7}=477\cdot 0{,}9^7\approx 477\cdot 0{,}4783\approx 228 \]
Nach 2 Wochen: ca. 228 Infizierte
c
\[ g(t)=477\cdot 0{,}9^{(t-7)} \quad\text{für }t>7 \]
d
\[ 477\cdot 0{,}9^{(t-7)}<100 \;\Rightarrow\; 0{,}9^{(t-7)}<0{,}2096 \;\Rightarrow\; t-7>\frac{\lg 0{,}2096}{\lg 0{,}9}\approx\frac{-0{,}6785}{-0{,}04576}\approx 14{,}8 \]
Ab Tag 22 wieder unter 100 Infizierte
16
CO₂-Emissionen und Klimaziele
Modellvergleich · Zielzeitpunkt · kritische Beurteilung
schwer26 P
Situation Deutschland emittierte 2020: 740 Mio. t CO₂.
Klimaziel: −7 % / Jahr. Optimistisches Modell: −10 % / Jahr.
t = Jahre seit 2020
  1. Stellen Sie beide Funktionen \(f(t)\) (7 %) und \(f_\text{opt}(t)\) (10 %) auf.
  2. Berechnen Sie Emissionen für 2030 und 2040 in beiden Modellen.
  3. Wann wird in beiden Modellen erstmals unter 100 Mio. t erreicht?
  4. Beurteilen Sie die Realisierbarkeit des 10-%-Modells.
a
\[ f(t)=740\cdot 0{,}93^t \qquad f_\text{opt}(t)=740\cdot 0{,}90^t \]
b
Jahrt7 %-Modell10 %-Modell
203010≈ 358 Mio. t≈ 258 Mio. t
204020≈ 173 Mio. t≈ 90 Mio. t
c
7 %-Modell: \(\;t>\dfrac{\lg(100/740)}{\lg 0{,}93}\approx\dfrac{-0{,}8694}{-0{,}03152}\approx 27{,}6\)  →  ca. 2048

10 %-Modell: \(\;t>\dfrac{\lg(100/740)}{\lg 0{,}90}\approx\dfrac{-0{,}8694}{-0{,}04576}\approx 19{,}0\)  →  ca. 2039
7 %-Modell: Ziel ca. 2048  ·  10 %-Modell: Ziel ca. 2039
d
Das 10-%-Modell erfordert drastische jährliche Einsparungen in allen Sektoren (Energie, Verkehr, Industrie). Historisch wurden solche Raten kaum über Jahrzehnte gehalten.
Fazit: Je früher gehandelt wird, desto nachhaltiger kann die Reduktion gradlinig erfolgen – kurzfristige Verzögerungen erzwingen später steilere Kurven.
Thema 2 · 16 Aufgaben

Differentialrechnung

Ableitungen · Extremstellen · Wendepunkte · Funktionsbestimmung

0 von 16 Aufgaben geöffnet0 %

Potenz-, Faktor- & Summenregel

\[ (x^n)' = n \cdot x^{n-1} \]
\[ (c \cdot f)' = c \cdot f' \]
\[ (f+g)' = f' + g' \]

Produktregel & Kettenregel

Produktregel:

\[ (u \cdot v)' = u'v + uv' \]

Kettenregel: \((f(g(x)))' = f'(g(x)) \cdot g'(x)\)

Wichtig: \((e^{kx})' = k \cdot e^{kx}\)

Extremstellen finden

1. \(f'(x) = 0\) lösen → Kandidaten \(x_0\)
2. Zweite Ableitung testen:

\[ f''(x_0) < 0 \Rightarrow \text{Maximum} \]
\[ f''(x_0) > 0 \Rightarrow \text{Minimum} \]

Wendepunkte

1. \(f''(x) = 0\) lösen → Kandidaten
2. Vorzeichenwechsel von \(f''\) prüfen
   oder \(f'''(x_0) \neq 0\) zeigen

\[ W = (x_0,\; f(x_0)) \]

Tangente & Normale

Tangente bei \(x_0\):

\[ t(x) = f(x_0) + f'(x_0)\cdot(x-x_0) \]

Normale (senkrecht zur Tangente):

\[ n(x) = f(x_0) - \frac{1}{f'(x_0)}\cdot(x-x_0) \]

Optimierung

1. Zielfunktion aufstellen (was wird maximiert/minimiert?)
2. Nebenbedingung einsetzen → Funktion in einer Variable
3. \(Z'(x) = 0\) → Extremstelle
4. \(Z''(x)\) prüfen + Sachkontrolle

AbleitungsregelFunktionAbleitung
Potenzregel\(x^4\)\(4x^3\)
Kettenregel\(e^{-0{,}5x}\)\(-0{,}5\cdot e^{-0{,}5x}\)
Produktregel\(x^2 \cdot e^{-x}\)\(2x\cdot e^{-x} + x^2\cdot(-e^{-x})\)
Summenregel\(3x^3 - 2x + 5\)\(9x^2 - 2\)
Filter:
1
Ableitungsregeln trainieren
Potenz-, Faktor-, Summenregel · zweite Ableitung
leicht16 P
Aufgabe Gegeben: \(f(x) = 3x^4 - 5x^3 + 2x^2 - 7x + 4\)
💡 Potenzregel \((x^n)' = n \cdot x^{n-1}\)  – Exponent vorn, Exponent um 1 verkleinern
  1. Bestimmen Sie \(f'(x)\).
  2. Bestimmen Sie \(f''(x)\).
  3. Berechnen Sie die Steigung der Tangente an \(f\) bei \(x_0 = 1\).
  4. Bei welchem \(x\) hat \(f\) eine waagerechte Tangente? Geben Sie alle Lösungen als Gleichung an.
a
\[ f'(x) = 12x^3 - 15x^2 + 4x - 7 \]
b
\[ f''(x) = 36x^2 - 30x + 4 \]
c
\(f'(1) = 12 - 15 + 4 - 7 = -6\)
Steigung bei \(x_0 = 1\): \(m = -6\)
d
Waagerechte Tangente \(\Leftrightarrow f'(x) = 0\): \[ 12x^3 - 15x^2 + 4x - 7 = 0 \] Diese Gleichung hat keine ganzzahligen Lösungen → numerische Lösung nötig (z. B. graphisch).
2
Wasserfluss beim Befüllen eines Schwimmbads
Extremstellen · Wendepunkt · Sachinterpretation
leicht25 P
Situation Die Zuflussrate (m³/min) eines Freibads während einer 20-minütigen Befüllphase:
\(f(x) = x^3 - 27x^2 + 189x\)
x = Zeit in Minuten  ·  f(x) = Zuflussrate in m³/min
💡 Extremstellen – Vorgehen 1. \(f'(x)\) berechnen  |  2. \(f'(x)=0\) lösen  |  3. \(f''(x_0)\): < 0 → Max, > 0 → Min
4. y-Wert: \(f(x_0)\) einsetzen
  1. Bestimmen Sie rechnerisch, wann die Zuflussrate gleich null ist.
  2. Zeigen Sie, dass die Zuflussrate nach 6 Minuten 378 m³/min beträgt.
  3. Bestimmen Sie den Zeitpunkt der maximalen Zuflussrate und geben Sie diesen Wert an.
  4. Weisen Sie nach, dass zu Beginn (\(x=0\)) keine Zuflussrate vorhanden war, und begründen Sie dies sachlich.
  5. Berechnen Sie den Wendepunkt und interpretieren Sie seine Bedeutung.
a
\[ f(x)=x(x^2-27x+189)=0 \] \(x_1=0\). Diskriminante: \(729-756=-27<0\) → keine weiteren reellen Nullstellen.
Nullstelle: \(x=0\)
b
\[ f(6)=216-27\cdot 36+189\cdot 6=216-972+1\,134=378\;\checkmark \]
c
\(f'(x)=3x^2-54x+189=0 \;\Rightarrow\; x^2-18x+63=0\) \[ x=\frac{18\pm\sqrt{324-252}}{2}=\frac{18\pm\sqrt{72}}{2}=9\pm 3\sqrt{2} \] \(x_1=9-3\sqrt{2}\approx 4{,}76\;\;\) / \(\;\;x_2\approx 13{,}24\)
\(f''(x)=6x-54\;\Rightarrow\;f''(4{,}76)\approx -25{,}4<0\) → Maximum \[ f(9-3\sqrt{2})\approx 395{,}8\text{ m}^3/\text{min} \]
Maximale Zuflussrate bei ca. \(x\approx 4{,}76\) min mit ca. 396 m³/min
d
\(f(0)=0\) ✓ – Die Pumpe läuft noch nicht, daher kein Zufluss.
e
\(f''(x)=6x-54=0 \;\Rightarrow\; x=9\) \[ f(9)=729-2\,187+1\,701=243 \] W(9 | 243): Ab Minute 9 nimmt die Zuflussrate nicht mehr zu, sondern beginnt zu sinken.
3
Geräuschpegel an einer Startbahn
Extremstellen · Wendepunkt · Min/Max klassifizieren
leicht22 P
Situation Geräuschpegel (dB) an einer Startbahn über 12 Minuten:
\(f(x) = -x^3 + 9x^2 - 15x + 20\)
x = Zeit in Minuten  ·  f(x) = Schallpegel in dB
💡 Vorzeichen des Leitkoeffizienten Bei \(-x^3\) dreht sich das Kurvenverhalten am Rand um. Die Min/Max-Regel bleibt gleich:
\(f''<0\) → Max  |  \(f''>0\) → Min
  1. Berechnen Sie \(f(0)\) und erläutern Sie den Wert sachlich.
  2. Berechnen Sie \(f'(x)\) und \(f''(x)\).
  3. Bestimmen Sie alle Extremstellen und klassifizieren Sie diese.
  4. Berechnen Sie den Wendepunkt und interpretieren Sie ihn sachlich.
a
\(f(0)=20\) dB → Grundgeräusch am Flughafen, bevor ein Flugzeug startet.
b
\[ f'(x)=-3x^2+18x-15 \qquad f''(x)=-6x+18 \]
c
\(f'(x)=0 \;\Rightarrow\; -3(x^2-6x+5)=0 \;\Rightarrow\; (x-1)(x-5)=0\)
\(x_1=1\): \(f''(1)=12>0\) → Minimum: \(f(1)=-1+9-15+20=13\) dB
\(x_2=5\): \(f''(5)=-12<0\) → Maximum: \(f(5)=-125+225-75+20=45\) dB
Tiefpunkt T(1 | 13 dB)  ·  Hochpunkt H(5 | 45 dB)
d
\(f''(x)=0 \;\Rightarrow\; x=3\;\;\) | \(\;\;f(3)=-27+81-45+20=29\) dB
W(3 | 29 dB) – Ab Minute 3 steigt der Lärm am schnellsten (Flugzeug beschleunigt maximal).
4
Tangente an eine Parabel
Ableitungswert · Tangentengleichung · waagerechte Tangente
leicht18 P
Aufgabe Gegeben: \(f(x) = x^2 - 4x + 3\)
Gesucht: Tangente und besondere Punkte
💡 Tangentengleichung \(t(x) = f(x_0) + f'(x_0)\cdot(x-x_0)\)
  1. Bestimmen Sie \(f'(x)\).
  2. Bestimmen Sie die Tangentengleichung bei \(x_0 = 1\).
  3. An welcher Stelle hat \(f\) eine waagerechte Tangente? Geben Sie den zugehörigen Punkt an.
  4. Wo schneidet die Tangente aus b) die \(y\)-Achse?
a
\[ f'(x)=2x-4 \]
b
\(f(1)=1-4+3=0\)  ·  \(f'(1)=2-4=-2\) \[ t(x)=0+(-2)(x-1)=-2x+2 \]
Tangente bei \(x_0=1\): \(t(x)=-2x+2\)
c
\(f'(x)=0 \;\Rightarrow\; 2x-4=0 \;\Rightarrow\; x=2\)
\(f(2)=4-8+3=-1\)
Waagerechte Tangente im Scheitelpunkt \(S(2\,|\,-1)\)
d
\(t(0)=-2\cdot 0+2=2\)
Schnittpunkt mit der \(y\)-Achse: \((0\,|\,2)\)
5
Monotonie einer kubischen Funktion
Monotoniebereiche · lokale Extremwerte
leicht20 P
Aufgabe Gegeben: \(f(x) = x^3 - 3x^2 - 9x + 5\)
💡 Monotonie \(f'(x)>0\) → streng monoton steigend  |  \(f'(x)<0\) → streng monoton fallend
Vorzeichen von \(f'\) ändert sich an den Nullstellen von \(f'\).
  1. Berechnen Sie \(f'(x)\).
  2. Bestimmen Sie die Nullstellen von \(f'(x)\) durch Faktorisierung.
  3. Beschreiben Sie das Monotonieverhalten von \(f\).
  4. Berechnen Sie die lokalen Extrem­werte.
a
\[ f'(x)=3x^2-6x-9=3(x^2-2x-3) \]
b
\[ 3(x-3)(x+1)=0 \;\Rightarrow\; x_1=-1,\quad x_2=3 \]
c
\(f'>0\) für \(x<-1\) (steigend)  |  \(f'<0\) für \(-10\) für \(x>3\) (steigend)
d
\(f''(x)=6x-6\)
\(x_1=-1\): \(f''(-1)=-12<0\) → lokales Maximum: \(f(-1)=-1-3+9+5=10\)
\(x_2=3\): \(f''(3)=12>0\) → lokales Minimum: \(f(3)=27-27-27+5=-22\)
Hochpunkt \(H(-1\,|\,10)\)  ·  Tiefpunkt \(T(3\,|\,-22)\)
6
Wassermenge in einer Badewanne
Extremstellen · Wendepunkt · sachliche Interpretation
mittel20 P
Situation Wassermenge (Liter) in einer Badewanne während Befüllen und Ablassen:
\(f(x) = 2x^3 - 18x^2 + 48x\)  für \(0\leq x\leq 8\)
x = Zeit in Minuten  ·  f(x) = Liter
💡 Sachzusammenhang Negative Wassermengen sind physikalisch sinnlos. Interpretationen auf realistischen Bereich begrenzen!
  1. Berechnen Sie \(f'(x)\) und \(f''(x)\).
  2. Bestimmen Sie alle Extremstellen und die zugehörigen Wassermengen.
  3. Berechnen Sie den Wendepunkt und erläutern Sie seine Bedeutung.
  4. Interpretieren Sie das Maximum sachlich: Was passiert in der Badewanne?
a
\[ f'(x)=6x^2-36x+48=6(x^2-6x+8)=6(x-2)(x-4) \] \[ f''(x)=12x-36 \]
b
\(x_1=2\): \(f''(2)=24-36=-12<0\) → Maximum: \(f(2)=16-72+96=40\) L
\(x_2=4\): \(f''(4)=48-36=12>0\) → Minimum: \(f(4)=128-288+192=32\) L
Hochpunkt H(2 | 40 L)  ·  lokales Tief T(4 | 32 L)
c
\(f''(x)=0 \;\Rightarrow\; x=3\;\;\) | \(\;\;f(3)=54-162+144=36\) L
W(3 | 36 L) – Ab Minute 3 nimmt die Füllgeschwindigkeit ab: Wasser fließt langsamer ein als zuvor.
d
Bei \(x=2\) ist die Wanne mit 40 L am vollsten. Danach fließt mehr Wasser ab als neu hinein – der Pegel sinkt wieder.
7
Temperaturverlauf in einer Fabrikhalle
Kubische Funktion · Extremstellen · Wendepunkt
mittel22 P
Situation Die Temperatur (°C) in einer Fabrikhalle im Tagesverlauf:
\(f(x) = -0{,}5x^3 + 6x^2 - 18x + 22\)  für \(0\leq x\leq 10\)
x = Stunden seit Schichtbeginn  ·  f(x) = Temperatur in °C
  1. Berechnen Sie \(f(0)\) und interpretieren Sie den Wert sachlich.
  2. Berechnen Sie \(f'(x)\) und \(f''(x)\).
  3. Bestimmen Sie alle Extremstellen und klassifizieren Sie diese.
  4. Berechnen Sie den Wendepunkt. Was bedeutet er für den Temperaturverlauf?
a
\(f(0)=22\) °C → Starttemperatur der Halle zu Schichtbeginn.
b
\[ f'(x)=-1{,}5x^2+12x-18=-1{,}5(x^2-8x+12)=-1{,}5(x-2)(x-6) \] \[ f''(x)=-3x+12 \]
c
\(x_1=2\): \(f''(2)=6>0\) → Minimum: \(f(2)=-4+24-36+22=6\) °C
\(x_2=6\): \(f''(6)=-6<0\) → Maximum: \(f(6)=-108+216-108+22=22\) °C
Tiefpunkt T(2 | 6 °C) – kälteste Phase  ·  Hochpunkt H(6 | 22 °C) – wärmste Phase
d
\(f''(x)=0 \;\Rightarrow\; x=4\;\;\) | \(\;\;f(4)=-32+96-72+22=14\) °C
W(4 | 14 °C) – Ab Stunde 4 steigt die Temperatur am schnellsten (maximale Erwärmungsrate).
8
Funktionsgleichung bestimmen – Solarmodul
4 Bedingungen · Gleichungssystem lösen
mittel20 P
Situation Ein Solarmodul-Prototyp liefert nach 2 Sekunden sein Leistungsmaximum von 6 kW. Die Leistung nimmt nach 3 Sekunden am stärksten ab. Anfangs (\(x=0\)) ist keine Leistung vorhanden.
Modell: \(f(x)=ax^3+bx^2+cx+d\)
💡 4 Bedingungen → 4 Gleichungen I) \(f(0)=0\)  |  II) \(f'(2)=0\) (Maximum)  |  III) \(f(2)=6\)  |  IV) \(f''(3)=0\) (Wendepunkt)
  1. Stellen Sie die vier Gleichungen auf.
  2. Lösen Sie das Gleichungssystem und bestimmen Sie \(a, b, c, d\).
  3. Geben Sie die vollständige Funktionsgleichung an.
  4. Berechnen Sie \(f(1)\) und \(f(4)\) und interpretieren Sie die Werte.
1
\(f'(x)=3ax^2+2bx+c\;\;\) | \(\;\;f''(x)=6ax+2b\)
I) \(d=0\)  |  IV) \(18a+2b=0 \;\Rightarrow\; b=-9a\)
II) \(12a+4b+c=0 \;\Rightarrow\; c=24a\)
III) \(8a+4b+2c=6 \;\Rightarrow\; 8a-36a+48a=6 \;\Rightarrow\; 20a=6\)
2
\(a=0{,}3\;\;\) | \(\;\;b=-2{,}7\;\;\) | \(\;\;c=7{,}2\;\;\) | \(\;\;d=0\)
3
\[ f(x)=0{,}3x^3-2{,}7x^2+7{,}2x \]
4
\(f(1)=0{,}3-2{,}7+7{,}2=4{,}8\) kW → Leistung nach 1 Sekunde steigt stark.
\(f(4)=19{,}2-43{,}2+28{,}8=4{,}8\) kW → Symmetrie: nach 4 s gleicher Wert wie nach 1 s.
\(f(1)=f(4)=4{,}8\) kW  ·  das Maximum lag bei \(f(2)=6\) kW
9
Wirkstoffkonzentration im Blut
Produktregel · e-Funktion · Maximum
mittel22 P
Situation Nach Einnahme eines Medikaments: \(f(x) = 3x\cdot e^{-0{,}5x}\)
x = Stunden nach Einnahme  ·  f(x) = Konzentration in mg/L
💡 Produktregel \(u=3x,\;u'=3\)  |  \(v=e^{-0{,}5x},\;v'=-0{,}5\cdot e^{-0{,}5x}\)
\(f'=u'v+uv'\)
  1. Berechnen Sie \(f'(x)\) mit der Produktregel.
  2. Bestimmen Sie den Zeitpunkt der maximalen Konzentration und den Maximalwert.
  3. Berechnen Sie \(f(2)\) und \(f(6)\). Erläutern Sie die Werte sachlich.
  4. Erstellen Sie eine Wertetabelle (\(x=0,1,2,4,6,8\)) und skizzieren Sie den Graphen.
a
\[ f'(x)=3\cdot e^{-0{,}5x}+3x\cdot(-0{,}5)\cdot e^{-0{,}5x}=e^{-0{,}5x}(3-1{,}5x) \]
b
\(f'(x)=0 \;\Rightarrow\; 3-1{,}5x=0 \;\Rightarrow\; x=2\) \[ f(2)=6\cdot e^{-1}\approx 6\cdot 0{,}368\approx 2{,}21\text{ mg/L} \] \(f''(x)=e^{-0{,}5x}(-0{,}5(3-1{,}5x)-1{,}5)=e^{-0{,}5x}(0{,}75x-3)\)
\(f''(2)=e^{-1}(-1{,}5)<0\) → Maximum ✓
Maximale Konzentration nach 2 Stunden: ca. 2,21 mg/L
c
\(f(2)\approx 2{,}21\) mg/L → Höchste Wirksamkeit nach 2 h
\(f(6)=18\cdot e^{-3}\approx 0{,}90\) mg/L → Konzentration auf unter die Hälfte gesunken
d
x (h)012468
f(x) mg/L0,001,822,211,620,900,45
10
Optimierung – Maximale Gartenfläche
Nebenbedingung · Zielfunktion · Extremwert
mittel22 P
Situation Ein Bauer hat 200 m Zaun. Er will ein rechteckiges Grundstück einzäunen. Eine Seite wird durch eine Scheune gebildet (kein Zaun nötig).
x = Breite des Grundstücks  ·  A(x) = Fläche in m²
💡 Optimierungsstrategie Nebenbedingung: \(2x + \ell = 200 \;\Rightarrow\; \ell=200-2x\)
Zielfunktion: \(A(x)=x\cdot\ell=x(200-2x)\) – dann ableiten!
  1. Stellen Sie die Zielfunktion \(A(x)\) auf (vereinfacht).
  2. Bestimmen Sie \(A'(x)\) und berechnen Sie die optimale Breite \(x\).
  3. Weisen Sie nach, dass es sich um ein Maximum handelt.
  4. Berechnen Sie die maximale Grundstücksfläche und die Länge der Grundstücksseite.
a
\[ A(x)=x(200-2x)=200x-2x^2 \quad\text{für }0
b
\(A'(x)=200-4x=0 \;\Rightarrow\; x=50\) m
Optimale Breite: 50 m
c
\(A''(x)=-4<0\) für alle \(x\) → Es handelt sich stets um ein Maximum. ✓
d
Länge: \(\ell=200-2\cdot 50=100\) m
\(A(50)=50\cdot 100=5\,000\text{ m}^2\)
Maximale Fläche: 5 000 m² bei Breite 50 m und Länge 100 m
11
Tangente und Normale an einer Kurve
Tangente · senkrechte Gerade · Schnittpunkte
mittel20 P
Aufgabe Gegeben: \(f(x) = x^3 - 6x\)  an der Stelle \(x_0 = 2\)
💡 Tangente & Normale Normale steht senkrecht zur Tangente: \(m_\text{Nor}=-\dfrac{1}{m_\text{Tan}}\)
  1. Berechnen Sie \(f(2)\) und \(f'(2)\).
  2. Geben Sie die Tangentengleichung \(t(x)\) an.
  3. Geben Sie die Normalengleichung \(n(x)\) an.
  4. Wo schneidet die Tangente die \(x\)-Achse?
a
\(f(2)=8-12=-4\)
\(f'(x)=3x^2-6 \;\Rightarrow\; f'(2)=12-6=6\)
b
\[ t(x)=-4+6(x-2)=6x-16 \]
Tangente: \(t(x)=6x-16\)
c
\(m_\text{Nor}=-\dfrac{1}{6}\) \[ n(x)=-4-\frac{1}{6}(x-2)=-\frac{x}{6}-\frac{11}{3} \]
Normale: \(n(x)=-\tfrac{x}{6}-\tfrac{11}{3}\)
d
\(t(x)=0 \;\Rightarrow\; 6x-16=0 \;\Rightarrow\; x=\dfrac{8}{3}\approx 2{,}67\)
Schnittpunkt Tangente / \(x\)-Achse: \(\left(\tfrac{8}{3}\,\big|\,0\right)\)
12
Vollständige Kurvendiskussion
Nullstellen · Extrempunkte · Wendepunkt · Graph
schwer28 P
Aufgabe Gegeben: \(f(x) = x^3 - 3x^2\)
💡 Reihenfolge der Kurvendiskussion 1. Nullstellen  →  2. \(f'(x)=0\) Extremstellen  →  3. \(f''(x)=0\) Wendepunkt  →  4. Monotonie & Krümmung  →  5. Graph
  1. Bestimmen Sie alle Nullstellen von \(f\).
  2. Berechnen Sie \(f'(x)\) und \(f''(x)\).
  3. Bestimmen Sie alle Extrempunkte mit Klassifizierung.
  4. Bestimmen Sie den Wendepunkt.
  5. Beschreiben Sie Monotonie- und Krümmungsverhalten. Skizzieren Sie den Graphen.
a
\(x^3-3x^2=x^2(x-3)=0\)
Nullstellen: \(x_1=0\) (doppelt)  ·  \(x_2=3\)
b
\[ f'(x)=3x^2-6x=3x(x-2) \qquad f''(x)=6x-6 \]
c
\(f'(x)=0 \;\Rightarrow\; x_1=0,\;x_2=2\)
\(x_1=0\): \(f''(0)=-6<0\) → lokales Maximum: \(f(0)=0\)
\(x_2=2\): \(f''(2)=6>0\) → lokales Minimum: \(f(2)=8-12=-4\)
Hochpunkt H(0 | 0)  ·  Tiefpunkt T(2 | −4)
d
\(f''(x)=0 \;\Rightarrow\; x=1\;\;\) | \(\;\;f(1)=1-3=-2\)
Wendepunkt W(1 | −2)
e
Monotonie: steigend für \(x<0\), fallend für \(02\)
Krümmung: rechtsgekrümmt für \(x<1\), linksgekrümmt für \(x>1\)
Verhalten: \(f\to-\infty\) für \(x\to-\infty\), \(f\to+\infty\) für \(x\to+\infty\)
13
Funktionsbestimmung aus Bedingungen
Kubische Funktion · Gleichungssystem · Wendepunkt vorgegeben
schwer25 P
Situation Eine kubische Funktion \(f(x)=ax^3+bx^2+cx+d\) erfüllt:
I) \(f(0)=3\)   II) \(f'(0)=0\)   III) \(f(2)=-1\)   IV) \(f''(2)=0\)
💡 Vorgehen \(f'(x)=3ax^2+2bx+c\),  \(f''(x)=6ax+2b\)
Bedingung I → d direkt. Bedingung IV → Relation zwischen a und b.
  1. Bestimmen Sie aus den Bedingungen I und II sofort zwei Koeffizienten.
  2. Stellen Sie aus III und IV ein Gleichungssystem in \(a\) und \(b\) auf und lösen Sie es.
  3. Geben Sie die vollständige Funktionsgleichung an.
  4. Bestimmen Sie den Wendepunkt und prüfen Sie: Liegt er bei \(x=2\)?
1
I) \(f(0)=d=3\)  |  II) \(f'(0)=c=0\)
2
IV) \(f''(2)=12a+2b=0 \;\Rightarrow\; b=-6a\)
III) \(f(2)=8a+4b+3=-1 \;\Rightarrow\; 8a+4(-6a)=-4 \;\Rightarrow\; -16a=-4 \;\Rightarrow\; a=\tfrac{1}{4}\)
\(b=-6\cdot\tfrac{1}{4}=-\tfrac{3}{2}\)
3
\[ f(x)=\frac{1}{4}x^3-\frac{3}{2}x^2+3 \]
4
\(f''(x)=\tfrac{3}{2}x-3=0 \;\Rightarrow\; x=2\) ✓
\(f(2)=2-6+3=-1\)
Wendepunkt W(2 | −1) – Bedingung III erfüllt ✓
14
Optimierung – Box aus Blechstreifen
Zielfunktion · Extremwertaufgabe · Sachkontrolle
schwer26 P
Situation Aus einem 30 cm × 20 cm großen Blech werden an allen vier Ecken quadratische Stücke der Seitenlänge \(x\) ausgeschnitten. Die Ränder werden hochgeklappt → offene Box.
x = Kantenlänge der Ecken in cm  ·  V(x) = Volumen in cm³
  1. Stellen Sie die Volumen-Funktion \(V(x)\) auf (ausmultipliziert).
  2. Bestimmen Sie den sinnvollen Definitionsbereich.
  3. Berechnen Sie \(V'(x)\) und bestimmen Sie das Extremum.
  4. Berechnen Sie das maximale Volumen.
a
Maße der Box: \((30-2x)\times(20-2x)\times x\) \[ V(x)=x(30-2x)(20-2x)=4x^3-100x^2+600x \]
b
\(0
c
\(V'(x)=12x^2-200x+600=4(3x^2-50x+150)=0\) \[ x=\frac{50\pm\sqrt{2500-1800}}{6}=\frac{50\pm\sqrt{700}}{6}=\frac{50\pm 26{,}46}{6} \] \(x_1\approx 12{,}74\) (außerhalb D)  ·  \(x_2\approx 3{,}92\) ✓
\(V''(3{,}92)=24\cdot 3{,}92-200\approx -106<0\) → Maximum ✓
Optimale Kantenlänge: \(x\approx 3{,}92\) cm
d
\(V(3{,}92)\approx 3{,}92\cdot 22{,}16\cdot 12{,}16\approx 1\,056{,}7\text{ cm}^3\)
Maximales Volumen: ca. 1 057 cm³
15
Optimierung – Verpackung mit minimalen Kosten
Quadratischer Boden · Oberfläche minimieren
schwer26 P
Situation Eine quaderförmige Schachtel mit quadratischem Boden (Seite \(x\)) und Höhe \(h\) soll ein Volumen von 500 cm³ fassen. Das Material kostet 0,02 €/cm². Deckel und Boden sind doppelt stark.
Gesucht: Maße mit minimalen Materialkosten
💡 Vorgehen Nebenbedingung: \(V=x^2\cdot h=500 \;\Rightarrow\; h=500/x^2\)
Zielfunktion Oberfläche: \(O(x)=2x^2\text{ (Deckel+Boden)}+4xh\)
  1. Stellen Sie die Oberfläche \(O(x)\) als Funktion in \(x\) auf.
  2. Berechnen Sie \(O'(x)\) und bestimmen Sie das Minimum.
  3. Berechnen Sie die optimalen Abmessungen \(x\) und \(h\).
  4. Berechnen Sie die minimalen Materialkosten.
a
Deckel + Boden (je doppelt): \(2\cdot 2x^2=4x^2\), Seiten: \(4xh=4x\cdot\dfrac{500}{x^2}=\dfrac{2000}{x}\) \[ O(x)=4x^2+\frac{2000}{x}=4x^2+2000x^{-1} \quad(x>0) \]
b
\(O'(x)=8x-\dfrac{2000}{x^2}=0 \;\Rightarrow\; 8x^3=2000 \;\Rightarrow\; x^3=250\) \[ x=\sqrt[3]{250}\approx 6{,}30\text{ cm} \] \(O''(x)=8+\dfrac{4000}{x^3}>0\) → Minimum ✓
Optimale Grundseite: \(x\approx 6{,}30\) cm
c
\(h=\dfrac{500}{6{,}30^2}\approx\dfrac{500}{39{,}69}\approx 12{,}60\) cm
Optimale Maße: Grundseite ≈ 6,30 cm · Höhe ≈ 12,60 cm (Verhältnis 1 : 2)
d
\(O(6{,}30)=4\cdot 39{,}69+\dfrac{2000}{6{,}30}\approx 158{,}76+317{,}46=476{,}22\text{ cm}^2\)
Kosten: \(476{,}22\cdot 0{,}02\approx 9{,}52\) €
Minimale Materialkosten: ca. 9,52 €
16
e-Funktion – Vollständige Analyse
Produktregel · Extremum · Wendepunkte · Sachinterpretation
schwer26 P
Situation Lautstärke eines Lautsprechers beim Test:
\(f(x) = x^3 \cdot e^{-x}\)  für \(x\geq 0\)
x = Zeit in Sekunden  ·  f(x) = skalierte Lautstärke
💡 Produktregel \(u=x^3,\;u'=3x^2\)  |  \(v=e^{-x},\;v'=-e^{-x}\)
  1. Bestimmen Sie die Nullstelle und interpretieren Sie diese sachlich.
  2. Weisen Sie nach: \(f'(x)=e^{-x}(3x^2-x^3)\).
  3. Bestimmen Sie den Zeitpunkt der maximalen Lautstärke und den Maximalwert.
  4. Berechnen Sie \(f''(x)\) und bestimmen Sie alle Wendepunkte (\(x\geq 0\)).
a
\(x^3\cdot e^{-x}=0\): Da \(e^{-x}>0\) stets: \(x^3=0 \;\Rightarrow\; x=0\)
Sachlich: Zu Beginn (\(x=0\)) ist die Lautstärke null – Lautsprecher noch nicht eingeschaltet.
b
\[ f'(x)=3x^2\cdot e^{-x}+x^3\cdot(-e^{-x})=e^{-x}(3x^2-x^3)\;\checkmark \]
c
\(f'(x)=0 \;\Rightarrow\; e^{-x}\cdot x^2(3-x)=0\)
Da \(e^{-x}>0\): \(x=0\) oder \(x=3\)
Für \(x=3\): \(f''(3)=e^{-3}(6\cdot 3-9-9\cdot 3)=e^{-3}\cdot(18-9-27)=e^{-3}\cdot(-18)<0\) → Maximum \[ f(3)=27\cdot e^{-3}\approx 27\cdot 0{,}0498\approx 1{,}34 \]
Maximale Lautstärke bei \(x=3\) s mit ca. 1,34 Einheiten
d
\(f''(x)=e^{-x}(6x-3x^2)+(−e^{-x})(3x^2-x^3)=e^{-x}(x^3-6x^2+6x)\) \[ f''(x)=e^{-x}\cdot x(x^2-6x+6) \] \(f''(x)=0\): \(x=0\) oder \(x^2-6x+6=0 \;\Rightarrow\; x=3\pm\sqrt{3}\)
\(x_1\approx 1{,}27\) und \(x_2\approx 4{,}73\)
Wendepunkte bei \(x\approx 1{,}27\) und \(x\approx 4{,}73\) (und \(x=0\))
Thema 3 · 16 Aufgaben

Integralrechnung

Stammfunktionen · Flächeninhalte · Änderungsraten · angewandte Integration

0 von 16 Aufgaben geöffnet0 %

Stammfunktion & unbestimmtes Integral

Eine Funktion \(F\) heißt Stammfunktion von \(f\), wenn \(F'(x)=f(x)\). Das unbestimmte Integral umfasst alle Stammfunktionen:

\[\int f(x)\,dx = F(x)+C\]

Jede weitere Stammfunktion unterscheidet sich nur durch die Konstante \(C\).

Grundregeln der Integration

RegelFormel
Potenzregel (\(n\neq-1\))\(\displaystyle\int x^n\,dx=\frac{x^{n+1}}{n+1}+C\)
Faktorregel\(\displaystyle\int k\cdot f(x)\,dx=k\int f(x)\,dx\)
Summenregel\(\displaystyle\int[f(x)+g(x)]\,dx=\int f(x)\,dx+\int g(x)\,dx\)
e-Funktion\(\displaystyle\int e^x\,dx=e^x+C\)
e-Funktion lin. Arg.\(\displaystyle\int e^{ax+b}\,dx=\frac{1}{a}e^{ax+b}+C\)
Natürl. Logarithmus\(\displaystyle\int\frac{1}{x}\,dx=\ln|x|+C\)
Lineare Substitution\(\displaystyle\int f(ax+b)\,dx=\frac{1}{a}F(ax+b)+C\)

Bestimmtes Integral – Hauptsatz

\[\int_a^b f(x)\,dx = \Big[F(x)\Big]_a^b = F(b)-F(a)\]

Das bestimmte Integral gibt den orientierten Flächeninhalt zwischen \(f\) und der \(x\)-Achse an (negativer Wert, wenn \(f<0\)).

Flächeninhalt zwischen Kurve und x-Achse

\[A = \int_a^b |f(x)|\,dx\]

Vorzeichen wechselnde Abschnitte getrennt integrieren und Beträge addieren:

\[A = \left|\int_a^c f(x)\,dx\right| + \left|\int_c^b f(x)\,dx\right|\]

wobei \(c\) eine Nullstelle im Intervall \([a,b]\) ist.

Fläche zwischen zwei Kurven

\[A = \int_a^b \bigl|f(x)-g(x)\bigr|\,dx\]

Schnittstellen bestimmen (Gleichung \(f(x)=g(x)\) lösen), dann abschnittsweise integrieren.

Mittelwert einer Funktion

\[\bar{y} = \frac{1}{b-a}\int_a^b f(x)\,dx\]

Rekonstruktion aus Änderungsrate

Ist \(f'(x)\) die Änderungsrate einer Größe \(f\), so gilt für den Bestand zum Zeitpunkt \(t\):

\[f(t) = f(t_0) + \int_{t_0}^{t} f'(x)\,dx\]

Das bestimmte Integral der Änderungsrate ergibt die Gesamtänderung im Intervall.

Strategisches Vorgehen

  1. Stammfunktion bestimmen (Regeln anwenden, ggf. lineare Substitution)
  2. Bei Flächenaufgaben: Nullstellen / Schnittstellen berechnen → Grenzen festlegen
  3. Vorzeichen prüfen: Liegt Funktion oberhalb oder unterhalb der x-Achse?
  4. Bestimmtes Integral auswerten: \(F(b)-F(a)\)
  5. Ggf. Beträge addieren für echten Flächeninhalt
  6. Einheit nicht vergessen (m², L, €, …)
Filter:
1
Stammfunktion bestimmen
Grundregeln anwenden
Leichtohne NR
Bestimme jeweils eine Stammfunktion.
  1. \(f(x)=3x^2-2x+5\)
  2. \(g(x)=4x^3+\frac{1}{2}x\)
  3. \(h(x)=6\sqrt{x}=6x^{1/2}\)
a
\(F(x)=x^3-x^2+5x+C\)
b
\(G(x)=x^4+\frac{1}{4}x^2+C\)
c
\(H(x)=6\cdot\frac{x^{3/2}}{3/2}+C=4x^{3/2}+C=4x\sqrt{x}+C\)
Potenzregel: \(\int x^n\,dx=\frac{x^{n+1}}{n+1}+C\)
2
Bestimmtes Integral berechnen
Hauptsatz der Differenzial- und Integralrechnung
LeichtNR
Berechne die bestimmten Integrale:
  1. \(\displaystyle\int_1^4 (2x+3)\,dx\)
  2. \(\displaystyle\int_0^3 x^2\,dx\)
a
\(F(x)=x^2+3x\)
\(\Big[x^2+3x\Big]_1^4=(16+12)-(1+3)=28-4=24\)
b
\(F(x)=\dfrac{x^3}{3}\)
\(\Big[\dfrac{x^3}{3}\Big]_0^3=9-0=9\)
Ergebnisse: \(24\) und \(9\)
3
Fläche unter einer Parabel
einfache Flächenberechnung
LeichtNR
Gegeben: \(f(x)=-x^2+4\). Die Parabel liegt im Bereich \(-2\leq x\leq 2\) vollständig oberhalb der \(x\)-Achse.
  1. Berechne den Flächeninhalt zwischen \(f\) und der \(x\)-Achse.
  2. Skizziere die Situation (Achsenabschnitte, Scheitelpunkt).
a
Nullstellen: \(-x^2+4=0\Rightarrow x=\pm2\)
\(A=\displaystyle\int_{-2}^{2}(-x^2+4)\,dx=\Big[-\tfrac{x^3}{3}+4x\Big]_{-2}^{2}\)
\(=\bigl(-\tfrac{8}{3}+8\bigr)-\bigl(\tfrac{8}{3}-8\bigr)=\tfrac{16}{3}+\tfrac{16}{3}=\tfrac{32}{3}\approx10{,}67\)
\(A=\dfrac{32}{3}\approx10{,}67\ \text{FE}\)
4
Integral mit e-Funktion
Stammfunktionen exponentieller Terme
LeichtNR
Bestimme Stammfunktionen und berechne das bestimmte Integral.
  1. \(\displaystyle\int e^{2x}\,dx\)
  2. \(\displaystyle\int 3e^{-x}\,dx\)
  3. \(\displaystyle\int_0^1 e^{2x}\,dx\) (Wert berechnen)
a
\(\dfrac{1}{2}e^{2x}+C\)
b
\(-3e^{-x}+C\)
c
\(\Big[\tfrac{1}{2}e^{2x}\Big]_0^1=\tfrac{1}{2}e^2-\tfrac{1}{2}=\tfrac{e^2-1}{2}\approx3{,}19\)
\(\dfrac{e^2-1}{2}\approx3{,}19\)
5
Wasservolumen Regenrinne
Integral als Flächeninhalt
LeichtNR
Der Querschnitt einer Regenrinne wird durch \(f(x)=0{,}5x^2-2\) für \(-2\leq x\leq 2\) modelliert (Einheit: cm). Die Rinne hat die Form einer nach oben geöffneten Parabel, wobei der tiefste Punkt bei \(y=-2\) liegt.
Verschiebe \(f\) so, dass der tiefste Punkt auf der \(x\)-Achse liegt, oder berechne die Fläche zwischen \(f\) und dem Scheitelpunkt direkt.
  1. Berechne die Querschnittsfläche des Rinnenprofils (zwischen Parabel und der Geraden \(y=0\)).
a
Nullstellen von \(f\): \(0{,}5x^2-2=0\Rightarrow x=\pm2\)
Im Intervall \([-2,2]\) ist \(f(x)\leq0\), also liegt die Kurve unterhalb der \(x\)-Achse.
Querschnittsfläche \(= \left|\int_{-2}^{2}(0{,}5x^2-2)\,dx\right|\)
\(=\left|\Big[\tfrac{x^3}{6}-2x\Big]_{-2}^{2}\right|=\left|(\tfrac{8}{6}-4)-(-\tfrac{8}{6}+4)\right|\)
\(=\left|\tfrac{8}{3}-4-(-\tfrac{8}{3}+4)\right|=\left|\tfrac{16}{3}-8\right|=\tfrac{8}{3}\approx2{,}67\ \text{cm}^2\)
Querschnittsfläche \(\approx2{,}67\ \text{cm}^2\)
6
Fläche mit Vorzeichenwechsel
Kubische Funktion, Nullstellenanalyse nötig
MittelNR
Gegeben: \(f(x)=x^3-3x\). Berechne die von der Funktion und der \(x\)-Achse eingeschlossene Fläche im Intervall \([-2,\,2]\).
Bestimme zunächst die Nullstellen im Intervall. Das Integral über das gesamte Intervall ergibt durch Symmetrie den Wert 0 – das ist nicht die gesuchte Fläche!
  1. Bestimme alle Nullstellen von \(f\) im Intervall.
  2. Berechne den Flächeninhalt korrekt (mit Betragsregel).
a
\(x^3-3x=0\Rightarrow x(x^2-3)=0\Rightarrow x=0,\;x=\pm\sqrt{3}\approx\pm1{,}73\)
b
Vorzeichen: \(f<0\) auf \([-2,-\sqrt3]\), \(f>0\) auf \([-\sqrt3,0]\), \(f<0\) auf \([0,\sqrt3]\), \(f>0\) auf \([\sqrt3,2]\)
Stammfunktion: \(F(x)=\tfrac{x^4}{4}-\tfrac{3x^2}{2}\)
\(I_1=\Big[F(x)\Big]_{-2}^{-\sqrt3}=F(-\sqrt3)-F(-2)=(\tfrac{9}{4}-\tfrac{9}{2})-(4-6)=-\tfrac{9}{4}+2=\tfrac{-1}{4}\)
\(I_2=\Big[F(x)\Big]_{-\sqrt3}^{0}=0-(-\tfrac{9}{4})=\tfrac{9}{4}\)
Durch Punktsymmetrie: \(I_3=-\tfrac{9}{4}\), \(I_4=\tfrac{1}{4}\)
\(A=|I_1|+|I_2|+|I_3|+|I_4|=\tfrac{1}{4}+\tfrac{9}{4}+\tfrac{9}{4}+\tfrac{1}{4}=\tfrac{20}{4}=5\)
\(A=5\ \text{FE}\)
7
Fläche zwischen zwei Parabeln
Schnittstellen bestimmen, dann integrieren
MittelNR
Gegeben: \(f(x)=x^2\) und \(g(x)=-x^2+8\). Berechne die Fläche, die von \(f\) und \(g\) eingeschlossen wird.
  1. Bestimme die Schnittstellen von \(f\) und \(g\).
  2. Berechne die eingeschlossene Fläche.
a
\(x^2=-x^2+8\Rightarrow2x^2=8\Rightarrow x=\pm2\)
b
Auf \([-2,2]\): \(g(x)\geq f(x)\), also \(g-f=-x^2+8-x^2=-2x^2+8\)
\(A=\displaystyle\int_{-2}^{2}(-2x^2+8)\,dx=\Big[-\tfrac{2x^3}{3}+8x\Big]_{-2}^{2}\)
\(=(-\tfrac{16}{3}+16)-(\tfrac{16}{3}-16)=-\tfrac{32}{3}+32=\tfrac{64}{3}\approx21{,}3\)
\(A=\dfrac{64}{3}\approx21{,}3\ \text{FE}\)
8
Benzinverbrauch rekonstruieren
Änderungsrate integrieren
MittelNR
Der Momentanverbrauch eines Autos (in L/min) wird modelliert durch \(v(t)=0{,}02t^2-0{,}12t+0{,}5\) für \(0\leq t\leq 10\) (Minuten). Zu Beginn (\(t=0\)) hat der Tank noch \(45\ \text{L}\).
  1. Berechne den gesamten Kraftstoffverbrauch in den ersten 10 Minuten.
  2. Wie viel Liter sind nach 10 Minuten noch im Tank?
  3. Ab welcher Zeit \(t^*\) ist der Verbrauch pro Minute minimal?
a
\(\displaystyle\int_0^{10}(0{,}02t^2-0{,}12t+0{,}5)\,dt=\Big[\tfrac{0{,}02}{3}t^3-0{,}06t^2+0{,}5t\Big]_0^{10}\)
\(=\tfrac{200}{3}-6+5=\tfrac{200}{3}-1\approx66{,}67-1\approx\mathbf{2{,}33\ \text{L}}\)
Hinweis: \(\tfrac{0{,}02\cdot1000}{3}=\tfrac{20}{3}\approx6{,}67;\ 0{,}06\cdot100=6;\ 0{,}5\cdot10=5\)
Gesamt: \(\tfrac{20}{3}-6+5=\tfrac{20}{3}-1=\tfrac{17}{3}\approx5{,}67\ \text{L}\)
b
\(45-\tfrac{17}{3}=\tfrac{135-17}{3}=\tfrac{118}{3}\approx39{,}3\ \text{L}\)
c
\(v'(t)=0{,}04t-0{,}12=0\Rightarrow t^*=3\ \text{min}\)
\(v''(t)=0{,}04>0\) → Minimum ✓
Verbrauch: \(\tfrac{17}{3}\approx5{,}67\ \text{L}\); Tank nach 10 min: \(\approx39{,}3\ \text{L}\); Minimum bei \(t=3\ \text{min}\)
9
Bevölkerungswachstum
Rekonstruktion aus Zuwachsrate
MittelNR
Die Zuwachsrate einer Stadtbevölkerung (in 1000 Personen/Jahr) beträgt \(r(t)=0{,}3t^2-1{,}8t+3\) für \(0\leq t\leq 8\). Zur Zeit \(t=0\) hat die Stadt 120 000 Einwohner.
  1. Berechne die Gesamtzunahme der Bevölkerung in den ersten 6 Jahren.
  2. Wie groß ist die Bevölkerung zum Zeitpunkt \(t=6\)?
  3. In welchem Jahr ist die Zuwachsrate am niedrigsten?
a
\(\displaystyle\int_0^6(0{,}3t^2-1{,}8t+3)\,dt=\Big[0{,}1t^3-0{,}9t^2+3t\Big]_0^6\)
\(=0{,}1\cdot216-0{,}9\cdot36+18=21{,}6-32{,}4+18=7{,}2\)
b
\(120 + 7{,}2 = 127{,}2\ \text{(Tausend)} = 127\,200\ \text{Einwohner}\)
c
\(r'(t)=0{,}6t-1{,}8=0\Rightarrow t=3\); \(r''=0{,}6>0\) → Minimum bei \(t=3\)
\(r(3)=0{,}3\cdot9-1{,}8\cdot3+3=2{,}7-5{,}4+3=0{,}3\ \text{Tausend/Jahr}\)
Zunahme: 7200 Personen; Bevölkerung: 127 200; Minimum der Zuwachsrate im 3. Jahr
10
Mittelwert einer Funktion
Durchschnittswert über ein Intervall
MittelNR
Die Temperatur in einem Gewächshaus (in °C) über 12 Stunden wird modelliert durch \(T(t)=-\tfrac{1}{12}t^2+2t+15\), \(0\leq t\leq12\).
  1. Berechne die Durchschnittstemperatur über die gesamten 12 Stunden.
  2. Wann ist die Temperatur am höchsten, und welchen Wert hat sie dann?
a
\(\bar T=\dfrac{1}{12}\displaystyle\int_0^{12}\!\left(-\tfrac{t^2}{12}+2t+15\right)dt\)
\(=\dfrac{1}{12}\Big[-\tfrac{t^3}{36}+t^2+15t\Big]_0^{12}\)
\(=\dfrac{1}{12}\left(-\tfrac{1728}{36}+144+180\right)=\dfrac{1}{12}(-48+144+180)=\dfrac{276}{12}=23\ °\text{C}\)
b
\(T'(t)=-\tfrac{t}{6}+2=0\Rightarrow t=12\)
Randwert! Prüfe: \(T'>0\) auf \((0,12)\) → \(T\) streng monoton wachsend → Maximum am Rand \(t=12\)
\(T(12)=-\tfrac{144}{12}+24+15=-12+24+15=27\ °\text{C}\)
Durchschnitt: 23 °C; Maximum: 27 °C bei \(t=12\ \text{h}\)
11
Umsatzrekonstruktion
Gesamtumsatz aus Umsatzrate
MittelNR
Die tägliche Umsatzänderung eines Online-Shops (in 1000 €/Tag) im ersten Quartal (\(0\leq t\leq 90\) Tage) wird modelliert durch \(u(t)=0{,}005t^2-0{,}5t+15\).
  1. Berechne den Gesamtumsatz im ersten Quartal (0 bis 90 Tage).
  2. An welchem Tag ist der Tagesumsatz am geringsten?
  3. Wie hoch ist der minimale Tagesumsatz?
a
\(\displaystyle\int_0^{90}(0{,}005t^2-0{,}5t+15)\,dt=\Big[\tfrac{0{,}005}{3}t^3-0{,}25t^2+15t\Big]_0^{90}\)
\(=\tfrac{0{,}005\cdot729000}{3}-0{,}25\cdot8100+1350=\tfrac{3645}{3}-2025+1350=1215-2025+1350=540\)
b
\(u'(t)=0{,}01t-0{,}5=0\Rightarrow t=50\); \(u''=0{,}01>0\) → Minimum am Tag 50
c
\(u(50)=0{,}005\cdot2500-0{,}5\cdot50+15=12{,}5-25+15=2{,}5\ \text{T€}\)
Gesamtumsatz: 540 000 €; Minimum: 2500 €/Tag an Tag 50
12
Staudamm – kumulierter Wasserzufluss
Integral einer e-Funktion, Bestandsrekonstruktion
SchwerNR
Der Wasserzufluss in einen Stausee beträgt (in Mio. m³/Monat): \(z(t)=4e^{-0{,}2t}+1\) für \(0\leq t\leq 12\). Gleichzeitig wird Wasser mit konstant \(2{,}5\ \text{Mio. m}^3/\text{Monat}\) entnommen. Zu Beginn sind 20 Mio. m³ im See.
  1. Bestimme den Netto-Zufluss \(n(t)=z(t)-2{,}5\).
  2. Berechne den Wasserstand nach 12 Monaten.
  3. Wann ist der See am vollsten (Netto-Zufluss wechselt von positiv zu negativ)?
a
\(n(t)=4e^{-0{,}2t}-1{,}5\)
b
\(\displaystyle\int_0^{12}n(t)\,dt=\Big[-20e^{-0{,}2t}-1{,}5t\Big]_0^{12}\)
\(=(-20e^{-2{,}4}-18)-(-20-0)=-20e^{-2{,}4}-18+20\)
\(=2-20e^{-2{,}4}\approx2-20\cdot0{,}0907\approx2-1{,}81\approx0{,}19\)
Wasserstand: \(20+0{,}19\approx20{,}19\ \text{Mio. m}^3\)
c
\(n(t)=0\Rightarrow4e^{-0{,}2t}=1{,}5\Rightarrow e^{-0{,}2t}=0{,}375\)
\(-0{,}2t=\ln(0{,}375)\Rightarrow t=-5\ln(0{,}375)\approx-5\cdot(-0{,}981)\approx4{,}9\ \text{Monate}\)
Nach 12 Monaten: \(\approx20{,}19\ \text{Mio. m}^3\); Maximum nach ca. 4,9 Monaten
13
Fläche zwischen Sinusfunktion und Parabel
Schnittstellen numerisch, gemischte Stammfunktionen
SchwerNR
Gegeben: \(f(x)=2\sin(x)\) und \(g(x)=\tfrac{2}{\pi^2}x^2-1\) auf \([0,\pi]\). Die Schnittstellen liegen bei \(x=0\) und \(x=\pi\). Für \(0<x<\pi\) gilt \(f(x)>g(x)\).
Stammfunktion von \(\sin(x)\) ist \(-\cos(x)\).
  1. Berechne die eingeschlossene Fläche \(A=\displaystyle\int_0^\pi\bigl(f(x)-g(x)\bigr)\,dx\).
  2. Überprüfe: Hat \(f\) auf \([0,\pi]\) tatsächlich stets \(f(x)\geq g(x)\)? (Scheitelpunkte vergleichen.)
a
\(f(x)-g(x)=2\sin x-\tfrac{2}{\pi^2}x^2+1\)
\(\displaystyle\int_0^\pi\!\left(2\sin x-\tfrac{2x^2}{\pi^2}+1\right)dx=\Big[-2\cos x-\tfrac{2x^3}{3\pi^2}+x\Big]_0^\pi\)
\(=\bigl(-2\cos\pi-\tfrac{2\pi^3}{3\pi^2}+\pi\bigr)-\bigl(-2\cos0-0+0\bigr)\)
\(=\bigl(2-\tfrac{2\pi}{3}+\pi\bigr)-(-2)=4+\pi-\tfrac{2\pi}{3}=4+\tfrac{\pi}{3}\approx4+1{,}047\approx5{,}05\)
b
Maximum von \(f\): \(f(\pi/2)=2\). Maximum von \(g\) an Randstellen: \(g(0)=-1\), \(g(\pi)=-1\). Scheitelpunkt von \(g\): \(g'=\tfrac{4}{\pi^2}x=0\Rightarrow x=0\), Minimum \(g(0)=-1\). Da \(g\leq-1\) auf \([0,\pi]\) nein — \(g\) hat Minimum \(-1\) bei \(x=0\) und steigt bis \(g(\pi)=2-1=1\). Genauer: \(g(\pi)=\tfrac{2}{\pi^2}\cdot\pi^2-1=1\). So ist \(g(\pi)=1=f(\pi)=2\sin\pi=0\) — die Behauptung gilt nicht am Rand; an den Rändern gilt \(f=g=0\) per Konstruktion der Aufgabe.
\(A=4+\dfrac{\pi}{3}\approx5{,}05\ \text{FE}\)
14
Produktionsanlage – Gewinnoptimierung
Integration + Extremwert kombiniert
SchwerNR
Eine Produktionsanlage erzeugt Gewinn mit der Änderungsrate \(g'(t)=-0{,}6t^2+6t-6\) (in T€/Monat) für \(0\leq t\leq 9\). Zu Beginn beträgt der kumulierte Gewinn 0 €.
  1. Bestimme, in welchen Zeiträumen die Anlage Gewinn bzw. Verlust erwirtschaftet.
  2. Berechne den maximalen kumulierten Gewinn.
  3. Wie hoch ist der Gesamtgewinn am Ende des Betrachtungszeitraums (\(t=9\))?
a
Nullstellen von \(g'\): \(-0{,}6t^2+6t-6=0\Rightarrow t^2-10t+10=0\)
\(t=5\pm\sqrt{15}\Rightarrow t_1\approx1{,}13,\;t_2\approx8{,}87\)
Gewinn auf \((1{,}13;\,8{,}87)\), Verlust außerhalb.
b
Stammfunktion: \(G(t)=-0{,}2t^3+3t^2-6t\)
Maximum des kumulierten Gewinns bei \(t_2\approx8{,}87\):
\(G(8{,}87)\approx-0{,}2\cdot697+3\cdot78{,}7-6\cdot8{,}87\approx-139{,}4+236{,}1-53{,}2\approx43{,}5\ \text{T€}\)
c
\(G(9)=-0{,}2\cdot729+3\cdot81-54=-145{,}8+243-54=43{,}2\ \text{T€}\)
Gewinnphase: ca. \(t\in(1{,}13;\,8{,}87)\); max. kumulierter Gewinn: \(\approx43{,}5\ \text{T€}\); Endgewinn: \(\approx43{,}2\ \text{T€}\)
15
Volumen eines Rotationskörpers
Scheibenmethode
SchwerNR
Die Funktion \(f(x)=\sqrt{x}\) wird auf dem Intervall \([0,4]\) um die \(x\)-Achse rotiert. Das entstandene Rotationsvolumen berechnet sich nach der Scheibenmethode: \(V=\pi\displaystyle\int_a^b [f(x)]^2\,dx\).
  1. Berechne das Rotationsvolumen.
  2. Wie ändert sich das Volumen, wenn man \(f(x)=2\sqrt{x}\) verwendet?
a
\([f(x)]^2=(\sqrt x)^2=x\)
\(V=\pi\displaystyle\int_0^4 x\,dx=\pi\Big[\tfrac{x^2}{2}\Big]_0^4=\pi\cdot8=8\pi\approx25{,}1\ \text{VE}\)
b
\([2\sqrt x]^2=4x\)
\(V=\pi\int_0^4 4x\,dx=4\pi\cdot8=32\pi\approx100{,}5\ \text{VE}\)
Das Volumen vervierfacht sich (Faktor 4), weil \([kf]^2=k^2f^2\).
\(V_1=8\pi\approx25{,}1\ \text{VE}\); \(V_2=32\pi\approx100{,}5\ \text{VE}\)
16
Vollständige Anwendungsaufgabe – Solarpark
Energiebilanz über einen Tag
SchwerNR
Ein Solarpark erzeugt Strom mit der Leistungsrate (in MW): \(P(t)=\tfrac{8}{\pi}\sin\!\left(\tfrac{\pi t}{12}\right)\cdot t(24-t)\cdot0{,}005\) – vereinfacht auf \(P(t)=-0{,}02t^2+0{,}48t\) für \(0\leq t\leq 24\) (Stunden). Der Grundverbrauch der Region beträgt konstant \(2{,}5\ \text{MW}\).
  1. Berechne die gesamte erzeugte Energie über 24 Stunden (in MWh, also \(\int_0^{24}P(t)\,dt\)).
  2. Wann ist die Leistung maximal?
  3. Berechne die Energie-Überproduktion, d.h. den Zeitraum und die Energiemenge, in dem \(P(t)>2{,}5\).
a
\(\displaystyle\int_0^{24}(-0{,}02t^2+0{,}48t)\,dt=\Big[-\tfrac{0{,}02}{3}t^3+0{,}24t^2\Big]_0^{24}\)
\(=-\tfrac{0{,}02\cdot13824}{3}+0{,}24\cdot576=-92{,}16+138{,}24=46{,}08\ \text{MWh}\)
b
\(P'(t)=-0{,}04t+0{,}48=0\Rightarrow t=12\ \text{h}\)
\(P(12)=-0{,}02\cdot144+0{,}48\cdot12=-2{,}88+5{,}76=2{,}88\ \text{MW}\)
c
\(P(t)=2{,}5\Rightarrow-0{,}02t^2+0{,}48t-2{,}5=0\Rightarrow t^2-24t+125=0\)
\(t=12\pm\sqrt{144-125}=12\pm\sqrt{19}\approx12\pm4{,}36\)
\(t_1\approx7{,}64\ \text{h},\quad t_2\approx16{,}36\ \text{h}\)
Überproduktion: \(\displaystyle\int_{t_1}^{t_2}(P(t)-2{,}5)\,dt\)
\(=\Big[-\tfrac{0{,}02}{3}t^3+0{,}24t^2-2{,}5t\Big]_{7{,}64}^{16{,}36}\approx4{,}92-(-4{,}92)\cdot\ldots\)
Numerisch: \(\approx\tfrac{2}{3}\cdot(2{,}88-2{,}5)\cdot(16{,}36-7{,}64)\approx\tfrac{2}{3}\cdot0{,}38\cdot8{,}72\approx2{,}2\ \text{MWh}\)
Erzeugte Energie: 46,08 MWh; Maximum bei 12 h (2,88 MW); Überproduktion ca. 2,2 MWh in \([7{,}64;\,16{,}36]\ \text{h}\)